Neue Eilmeldung:
Platinum Equity erwirbt Solenis von Clayton, Dublier und Rice
Schließen 686C6711-FB74-47F4-AFEE-14D0F9C09B39

Ausrichtung der Nachhaltigkeitsstrategie an der Stimme des Kunden

Im Jahr 2020 initiierte Solenis ein Forschungsprojekt, um zu untersuchen, wie unsere Kunden ihre Nachhaltigkeitsziele definiert haben. Dieser Blog stellt unsere wichtigsten Ergebnisse vor.

Von: Richard Brooks | Donnerstag, 8. Juli 2021 | Lesezeit: 6 Minuten

In den letzten zwei Jahrzehnten haben Unternehmen in fast allen Branchen erkannt, wie wichtig es ist, Nachhaltigkeitsstrategien zu entwickeln, die sich mit dem Umgang mit wichtigen Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen (ESG) befassen. Oft und mit allen guten Absichten sind diese Unternehmen nach innen gerichtet, um ihre Strategien zu entwickeln, ihre eigenen Prozesse zu bewerten und ihre eigenen Talentpools für Ideen und Lösungen zu erschließen. 

Diese Selbsteinschätzung ist zwar wichtig, aber es ist ebenso wichtig, nach außen zu blicken – um die Nachhaltigkeitsinitiativen des Unternehmens mit denen externer Interessengruppen, einschließlich Kunden, in Einklang zu bringen. Denn bei der richtigen Umsetzung von Nachhaltigkeit entsteht ein Win-Win-Win-Szenario, von dem der Lösungsanbieter, die Kunden des Anbieters und die größere Gemeinschaft profitieren. 

Dies war ein entscheidender Faktor für Solenis, als wir begonnen haben, Nachhaltigkeit mit mehr Stringenz, Transparenz und Verantwortlichkeit in unser Geschäft zu integrieren. Es war uns klar, dass wir, um dies gut – und richtig –zu machen, bei der Weiterentwicklung unserer Nachhaltigkeitsagenda die Stimmen unserer Kunden berücksichtigen mussten. So hat Solenis 2020 ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, um zu untersuchen, wie sich Nachhaltigkeitsinitiativen auf die von uns bedienten Branchen auswirken. Insbesondere wollten wir erfahren, wie unsere Kunden ihre Nachhaltigkeitsziele definiert haben, wie sie ihre Leistung gemessen haben und wie sie Nachhaltigkeit in finanziellen Wert umgesetzt haben. 

In diesem Artikel gehen wir auf die Ergebnisse der ersten Frage ein – wie Kunden ihre Nachhaltigkeitsziele definieren. Nachfolgende Blogartikel werden sich mit Leistungskennzahlen, dem finanziellen Wert von Nachhaltigkeitsinvestitionen und schließlich mit der Frage beschäftigen, wie Solenis Produkte und Dienstleistungen  besser auf die Nachhaltigkeitsbedürfnisse der Kunden abgestimmt werden können. 

Forschungsergebnisse 

In unserer Studie analysierte Solenis insgesamt 21 Unternehmen, von denen 13 Verpackungen und Spezialpapiere herstellen, von denen vier Tissue- und Handtuchprodukte herstellen und vier beides produzieren. Wir bewerteten Nachhaltigkeitsbotschaften auf ihren Websites, überprüften Nachhaltigkeitsberichte, falls verfügbar, und analysierten alle veröffentlichten Nachhaltigkeitsziele und -zielkennzahlen. Wir führten auch Interviews mit Nachhaltigkeitsführungskräften in diesen Unternehmen, um  qualitative Daten über ihre Erfolge, Herausforderungen und Best Practices zu sammeln. 

Im Folgenden werden einige Highlights der Forschung beschrieben. 

Etablierte Bezugssysteme 

Die meisten unserer Kunden und Wettbewerber haben sich etablierte Bezugssysteme zunutze gemacht, um ihre Nachhaltigkeitsbemühungen zu strukturieren und glaubwürdig zu gestalten. So haben sich die  Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen  (UN SDGs) zu wichtigen Benchmarks dafür entwickelt, wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsstrategien an den Zielen einer besseren globalen Gesellschaft ausrichten.  Im Jahr 2015 gegründet, bauten die UN SDGs auf den Millenniumszielen von 2000 auf,  die darauf abzielten, extreme Armut bis 2015 zu reduzieren.  Die 17 SDGs decken ein breites Spektrum an Aspekten ab, die sich auf die Nachhaltigkeit auswirken, und sie dienen Unternehmen, Regierungen und gemeinnützigen Organisationen weltweit als Charta, um mithilfe gemeinsamer Ziele Richtlinien und bewährte Verfahren zu entwickeln. 

Prioritäten der Industrie 

Unsere Untersuchung hat auch sechs Prioritäten der Industrie identifiziert.  Diese sechs Prioritäten, die sich auf eines oder mehrere der UN-Nachhaltigkeitsziele beziehen, basieren auf dem Wissen über Nachhaltigkeitstrends in der gesamten Branche sowie auf Standards, die durch das Sustainability Accounting Standards Board (SASB) festgelegt wurden, eine unabhängige Non-Profit-Organisation, die Standards festlegt, um die Offenlegung von finanziell wesentlichen Nachhaltigkeitsinformationen durch Unternehmen an ihre Investoren zu lenken.  

Jede dieser Prioritäten wird im Folgenden detailliert beschrieben. 

  1. Wasserverbrauch und -recycling — Gemäß den SASB-Nachhaltigkeitsstandards können Unternehmen Wasser kostengünstig recyceln, Produktionstechniken verbessern, um die Wasserintensität zu senken und die Einhaltung der Vorschriften für Wasserabwässer sicherstellen. Die Reduzierung von Wassereinsatz und -verbrauch durch höhere Effizienz und andere Wassermanagementstrategien kann im Laufe der Zeit zu niedrigeren Betriebskosten führen und finanzielle Auswirkungen von Vorschriften, Wasserversorgungsengpässen und gemeinschaftsbedingten Betriebsstörungen mindern. 

  2. Klimawandel —  Der Klimawandel wird zu einer großen Bedrohung für Unternehmen, nationale Sicherheit und globale Sicherheit. Laut einer Umfrage der Thomson Reuters Foundation ist mehr als die Hälfte der Befragten davon überzeugt, dass der Klimawandel eine „große Bedrohung“ darstellt, und diese Überzeugung nimmt weiter zu, wenn Lieferketten, menschliche Produktivität und Innovation gefährdet werden.  

  3. Energieverbrauch und Energieeffizienz —  Die Art und Weise, in der ein Unternehmen seine Energieeffizienz, seine Abhängigkeit von verschiedenen Energiearten und die damit verbundenen Nachhaltigkeitsrisiken sowie seine Fähigkeit, auf alternative Energiequellen zuzugreifen, verwaltet, wird wahrscheinlich die Auswirkungen der Variabilität der Energiekosten mindern.  

  4. Abfall — Abfallmanagementstrategien umfassen, wenn möglich, eine verringerte Erzeugung, eine effektive Aufbereitung und Entsorgung sowie Recycling und Verwertung, wo möglich. Solche Aktivitäten erfordern zwar anfängliche Investitionen oder Betriebskosten, können jedoch die langfristigen Kosten der Unternehmen senken und das Risiko von Sanierungsverpflichtungen oder regulatorischen Sanktionen mindern.  

  5. Verschmutzung — Unternehmen, die ihre Luftemissionen kosteneffektiv senken können, können die betriebliche Effizienz verbessern, von niedrigeren Kosten profitieren und regulatorische Risiken minimieren. Im Zellstoff- und Papiersegment können Unternehmen beispielsweise davon profitieren, indem sie den Einsatz recycelter Fasern optimieren, um ihre ökologischen und wirtschaftlichen Kompromisse auszugleichen. Unternehmen können Schadstoffe im Zellstoffherstellungsprozess durch den Einsatz von sekundärer Wasseraufbereitung, elektrostatischen Abscheidern und Wäschern reduzieren.  

  6. Technologie – Unternehmen, die innovative Technologien nutzen, um Prozesse zu verbessern und sich von den Wettbewerbern abzusetzen, können auch die finanzielle Leistung und den Markenwert verbessern. Obwohl Obwohl SASB keine quantitativen Kennzahlen für die Messung der technologischen Auswirkungen nennt, gibt es qualitative Ziele für die Nutzung technologischer Fortschritte, darunter die Verwendung von Technologien, die einen geringeren Wasserverbrauch und ein verstärktes Wasserrecycling ermöglichen, die Verwendung von Werkzeugen und Technologien zur Analyse von Wassernutzung, Risiken und Möglichkeiten sowie langfristige Strategien, die Prozessumgestaltungen und technologische Innovationen zur Verringerung der Entnahme von Frischwasser umfassen. 

Ratings 

Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass viele unserer Kunden unter anderem von anderen Nachhaltigkeitsinitiativen, wie EcoVadis, Together for Sustainability, der Ellen MacArthur Foundation, der Science Based Targets Initiative, dem UN Global Compact und CDP, oder ihrer Beteiligung daran  hohe Bewertungen erhalten.  Da Nachhaltigkeit in der Weltwirtschaft immer mehr in den Fokus rückt, werden Ratingsysteme wie EcoVadis zu kritischen Messgrößen für Kunden, um Lieferanten zu bewerten. Solenis erhielt beispielsweise 2019 und 2021 erneut den Gold-Status von  EcoVadis, eine Auszeichnung, die den besten fünf Prozent der bewerteten Unternehmen vorbehalten ist.  

Blog-EcoVadis-Medal-580x340.jpg

Eine zukunftsfähige Taxonomie 

Auf der Grundlage dieser Untersuchungen hat Solenis ein System entwickelt, das seine ESG-Strategie effektiv den Prioritäten zuordnet, die für unsere Branche und unsere Kunden am aussagekräftigsten sind. Das Diagramm unten zeigt diese Taxonomie, die die sechs identifizierten Prioritäten mit UN-Nachhaltigkeitszielen in Einklang bringt und EcoVadis als glaubwürdiges Ratingsystem etabliert, um Leistung zu demonstrieren. Beachten Sie, dass zwar alle Ziele von wesentlicher Bedeutung sind, dass aber bestimmte Ziele — wie sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen,  verantwortungsvoller Konsum und  verantwortungsvolle Produktion sowie Klimaschutz —  für Solenis als Chemielieferant für wasserintensive Geschäftsbereiche als vorrangige Ziele der nachhaltigen Entwicklung in den Vordergrund treten. 

Blog-Sustainability-Taxonomy-580x340.jpg

Wichtig ist hier nicht die Taxonomie an sich, sondern, wie sie aufgebaut wurde – auf der Grundlage von Kunden- und Branchendaten. So stellen wir sicher, dass wir keine Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln, die unseren eigenen internen Bedürfnissen gerecht wird, sondern die Bedürfnisse der von uns bedienten Unternehmen erfüllt. In der Tat ist dies das grundlegende Versprechen unserer Mission, die darin besteht,  für jeden Kunden der vertrauenswürdigste Lieferant zu sein, indem wir Probleme mithilfe der richtigen Mitarbeiter, der richtigen Erfahrung und der richtigen Technologie lösen. 

Dies ist der erste Beitrag einer Reihe, die sich damit beschäftigt, wie Solenis sich darauf vorbereitet hat, seine Nachhaltigkeitsstrategie voranzutreiben. In unserem nächsten Beitrag gehen wir darauf ein, wie wir unser Produkt- und Dienstleistungsangebot bewertet haben, um es verstärkt auf Nachhaltigkeit auszurichten. 

Richard Brooks

Global Marketing Director – Consumer Packaging

Richard kam 2017 zu Solenis, nachdem er 35 Jahre bei DuPont und Sonoco gearbeitet hatte. Er hat eine ausgeprägte Leidenschaft für Innovation und kollaboratives Wachstum und arbeitet gerne mit globalen, funktionsübergreifenden Teams zusammen, um nachhaltige, neuartige Lösungen zu entwickeln.