Solenis + NCH:<br />Als ein Unternehmen in die Zukunft
NCH ist jetzt Teil von Solenis
Schließen 686C6711-FB74-47F4-AFEE-14D0F9C09B39

Richtlinie zur Legionellenbekämpfung im Vergleich zu Wassermanagement-Konzepten

Von: Light Industrial Solutions for Water Treatment | Dienstag, 19. November 2019 | Lesezeit: 3 Minuten

Wir werden häufig gebeten, Wassermanagement-Konzepte, die nicht mehr als einige Seiten Standardtext umfassen und in Wirklichkeit überhaupt keine Wassermanagement-„Konzepte“ sind, zu überprüfen, zu auditieren, zu verbessern oder anderweitig zu kommentieren. Vielmehr sind sie einfach Legionellen -Kontrollrichtlinien.

Worin liegt der Unterschied zwischen einer „Richtlinie“ und einem „Konzept“?

Richtlinie (immer ein Substantiv): eine Vorgehensweise, Grundsätze, Regeln, Leitlinien usw., die von einer Organisation, einer Regierung, einem Unternehmen oder einer Einzelperson vorgeschlagen oder formuliert und in der Regel organisationsweit veröffentlicht oder bekannt gegeben werden, um das Verhalten der Organisation auf ein bestimmtes Ziel, eine bestimmte Zielsetzung oder einen bestimmten Zustand auszurichten (oder davon abzulenken). 

Konzept (als Substantiv oder auch in Verbform): eine detaillierte schriftliche Darstellung geplanter gegenwärtiger und zukünftiger Handlungsabläufe, die darauf abzielen, bestimmte Ziele oder Vorgaben zu erreichen oder Bedingungen innerhalb vorgegebener Parameter zu steuern, um ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen.  Konzepte umfassen die Prozesse, Verfahren und Handlungsschritte (Vorgänge/ Handlungen), die erforderlich sind, um den Plan bzw. das Konzept durchzuführen.  Sie umfassen Notfallpläne für Krisensituationen (z. B. Abkochanweisungen für Trinkwasser, Beschwerden über trübes Wasser, Druckverluste, Versorgungsunterbrechungen, Krankheitsausbrüche usw.)  Im Bereich der Wassersicherheit nennen wir diese Handlungsschritte: Kontrollmaßnahmen.

Der größte Unterschied zwischen den „Legionellen“-Richtlinien und tatsächlichen Wassermanagement-Konzepten besteht darin, dass den Richtlinien in der Regel die standortspezifischen Kontrollmaßnahmen fehlen, die in echten Konzepten enthalten sind und die von entscheidender Bedeutung sind, um spezifische Risiken für Gebäude oder Anlagen zu mindern, die bei einer umfassenden physischen Begutachtung vor Ort aufgedeckt wurden.

Woher weiß ich, ob ich ein umfassendes WMP habe oder lediglich ein Richtliniendokument?

Hier sind einige eindeutige Anzeichen, die darauf hinweisen, dass ein Wassermanagement-Konzept möglicherweise überhaupt kein Konzept ist; es könnte lediglich ein Richtliniendokument sein:

  • Das Dokument wurde von oben nach unten erstellt, anstatt von unten nach oben.  Es ist niemand vorbeigekommen, um Ihr Risiko vor Ort persönlich zu begutachten.
  • Falls das Wassermanagement-Konzept anhand einer „Standardvorlage“ oder eines Systems erstellt wurde, bei dem man lediglich die Lücken ausfüllen musste.
  • Das Konzept benennt nicht ausdrücklich die Personen, die für die Programmentwicklung und -umsetzung verantwortlich sind.
  • Fehlende Flussdiagramme und/oder Erklärungen zu Trinkwasser- und Nicht-Trinkwassersystemen.
  • Fehlende gebäudespezifische Gefahrenanalyse / Risikoabschätzung.
  • Das Konzept geht nicht auf die Qualität und die Desinfektionsmethodik des in die Räumlichkeiten einfließenden Wassers ein.
  • Die Kontrollmaßnahmen für die zuvor identifizierten Gefahren vor Ort sind unzureichend.
  • Kontrollmaßnahmen fehlen die Angabe wissenschaftlicher, evidenzbasierter oder geografisch relevanter Referenzquellen.
  • Fehlende Korrekturmaßnahmen für den Fall, dass eine Kontrollgrenze außerhalb der vorgegebenen Bereiche liegt.
  • Unzureichende Kommunikations-, Krisen- und/oder Notfallpläne.
  • Wenn zur Validierung der Wirksamkeit von Wassermanagement-Konzepten Umfeldproben verwendet werden, reicht die Probenahmestrategie nicht aus, um eine ausreichende Anzahl repräsentativer Proben von genügend Standorten bzw. Systemen mit ausreichender Häufigkeit und Wiederholbarkeit zu liefern, damit die Ergebnisse aussagekräftig sind.
  • Die Auslösewerte des Vorgehensprotokolls sind quantitativ und nicht qualitativ.
  • Das Wassermanagement-Konzept verfügt nicht über Methoden zur Dokumentation der routinemäßigen Leistung von Elementen wie vierteljährlichen Teammeetings, einschlägigen Schulungen, jährlichen physischen Nachvermessungen, Planaktualisierungen usw.
  • Das Konzept beinhaltet keine Mittel zu Bestätigung oder Überprüfung, dass es umgesetzt wird, wobei Kontrollmaßnahmen in ausreichender Häufigkeit durchgeführt und Korrekturmaßnahmen ergriffen werden, wie sie zur Minderung der Risiken vor Ort vorgesehen sind.
  • Das Wassermanagement-Konzept berücksichtigt nicht die Anforderungen oder Einschränkungen der örtlichen AHJ (zuständige Behörde).

Wenn Sie Unterstützung bei der Eindämmung der Risiken durch wassergebundene Krankheitserreger in Ihrem Gebäude benötigen – sei es in Form von Wassermanagement-Konzepten, Probenahmeplänen, Risikobewertungen, akkreditierten Laboruntersuchungen durch unabhängige Dritte, Audits, ergänzenden und Notfall-Desinfektionen, Beratungen oder bei sonstigen Fragen –, wenden Sie sich noch heute an uns!